Von der Idee zur vergleichbaren Anfrage

Onlineshop-Agentur-Briefing: Was vor dem ersten Agenturangebot feststehen muss

Ein gutes Briefing schreibt die Lösung nicht vor. Es erklärt Geschäft, Sortiment, Abläufe und Entscheidungen so klar, dass Agenturen denselben Auftrag verstehen und belastbare Vorgehensweisen anbieten können.

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01Der Ausgangspunkt

Beginne mit dem Geschäftsziel, nicht mit einer Funktionsliste

Ein Onlineshop-Briefing beginnt nicht mit Seiten, Menüpunkten oder Wunschfunktionen. Es beginnt mit der Veränderung, die das Projekt für das Unternehmen erreichen soll. Vielleicht soll ein bisher manuell bearbeiteter Bestellweg erstmals digital funktionieren. Vielleicht stößt ein bestehender Shop bei Sortiment, Märkten oder internen Abläufen an Grenzen. Solange dieser Anlass nicht klar beschrieben ist, können Agenturen zwar Lösungen vorschlagen, aber nicht beurteilen, welche davon für dein Geschäft wichtig sind.

Formuliere deshalb zuerst den heutigen Zustand, den Auslöser des Projekts und das gewünschte Ergebnis. Diese drei Teile geben mehr Orientierung als ein langer Katalog technischer Begriffe. Eine Agentur muss verstehen, warum das Projekt jetzt beginnt, was heute konkret behindert und woran dein Team später erkennt, dass der neue Shop seine Aufgabe erfüllt.

Beschreibe die geschäftliche Veränderung

„Wir brauchen einen modernen Onlineshop“ ist zu offen. Aussagekräftiger ist: „Unsere Händler bestellen bisher per E-Mail; künftig sollen freigegebene Geschäftskunden verfügbare Artikel selbst finden, ihre vereinbarten Konditionen sehen und Bestellungen anstoßen können.“ Der zweite Satz legt noch keine technische Lösung fest. Er benennt aber Nutzer, Ausgangslage und den entscheidenden Vorgang.

Dasselbe gilt für einen Relaunch. Schreibe nicht nur, dass die Gestaltung veraltet wirkt. Erkläre, ob neue Sortimentsbereiche schwer ergänzt werden können, ob Produktdaten an mehreren Stellen gepflegt werden oder ob der Shop bestimmte Vertriebswege nicht abbildet. Eine sichtbare Schwäche kann das Symptom eines organisatorischen Problems sein. Die Agentur braucht den Zusammenhang, um den Auftrag nicht auf eine neue Oberfläche zu reduzieren.

Trenne Projektziel und spätere Messung

Ein Ziel darf konkret sein, ohne eine erfundene Kennzahl zu enthalten. Beschreibe, welche Handlung leichter, verlässlicher oder erstmals möglich werden soll. Falls du belastbare Ausgangsdaten besitzt, kannst du sie als Kontext nennen. Falls nicht, definierst du zunächst beobachtbare Ergebnisse: Bestellungen laufen ohne manuelle Übertragung in das führende System, Produktänderungen werden nur noch an einer festgelegten Stelle gepflegt oder ein bestimmter Kundentyp kann seinen Kauf vollständig abschließen.

Halte außerdem fest, wer das Ziel fachlich verantwortet. Das kann die Geschäftsführung, der Vertrieb oder die E-Commerce-Leitung sein. Diese Person entscheidet später, wenn ein Wunsch aus Marketing, Logistik oder IT mit dem Hauptziel kollidiert. Ohne diese Rolle wird das Briefing schnell zu einer Sammlung gleich wichtiger Einzelinteressen.

Nenne ausdrücklich, was nicht Teil des Vorhabens ist

Ein klarer Ausschluss schützt die Vergleichbarkeit. Wenn Markenstrategie, Warenwirtschaftswechsel oder internationale Expansion nicht zum aktuellen Projekt gehören, sollte das im Briefing stehen. Das bedeutet nicht, dass diese Themen nie relevant werden. Es verhindert nur, dass eine Agentur sie stillschweigend einplant, während eine andere sie bewusst ausklammert.

Ergänze bei jedem Ausschluss, welche bestehende Grundlage erhalten bleibt. „Das ERP wird nicht ersetzt und bleibt führend für Bestände“ ist hilfreicher als „ERP nicht im Umfang“. So wird aus einer Grenze zugleich eine wichtige Projektannahme.

Das erste Kapitel deines Briefings beantwortet vier Fragen: Was ist heute der Zustand, warum beginnt das Projekt, welche geschäftliche Veränderung soll entstehen und wer entscheidet bei Zielkonflikten?

02Die materielle Grundlage

Mache Sortiment und Datenlage sichtbar

Ein Shop ist nur so planbar wie das Sortiment, das er abbilden soll. Die Zahl der Produkte allein sagt dabei wenig aus. Entscheidend sind Varianten, Abhängigkeiten, kundenspezifische Regeln, Medien, Verfügbarkeiten und die Frage, wo diese Informationen heute gepflegt werden. Zwei Projekte mit ähnlich großem Katalog können deshalb völlig unterschiedliche Anforderungen haben.

Dein Briefing muss keinen vollständigen Datenexport enthalten. Es sollte aber ein realistisches Bild vermitteln: Welche Produktarten gibt es? Welche Merkmale unterscheiden Varianten? Welche Artikel werden einzeln, als Set, nach Maß oder nur auf Anfrage verkauft? Welche Informationen ändern sich häufig und welche bleiben über Jahre stabil? Ein kleines Beispiel aus jeder wichtigen Produktart hilft mehr als eine abstrakte Aussage wie „komplexes Sortiment“.

Erkläre die Struktur hinter den Produkten

Beschreibe Kategorien, Produktfamilien und die wichtigsten Auswahlmerkmale aus Kundensicht. Bei Bekleidung können Größe, Farbe und Passform relevant sein; bei Ersatzteilen vielleicht Modell, Baujahr oder Kompatibilität. Entscheidend ist nicht die technische Bezeichnung eines Feldes, sondern wie Käufer das passende Produkt finden und welche Angaben eine Fehlbestellung verhindern.

Nenne auch Sonderfälle, die im Alltag häufig vorkommen. Dazu gehören auslaufende Artikel, Nachfolger, Zubehörbeziehungen, Mindestmengen, Vorbestellungen oder Produkte, die nur für bestimmte Kundengruppen sichtbar sein sollen. Solche Regeln verändern Suche, Darstellung und Bestellablauf. Werden sie erst im Projekt entdeckt, wirken sie wie zusätzliche Wünsche, obwohl sie längst Teil des Geschäfts sind.

Zeige, wo Daten entstehen und gepflegt werden

Für jede zentrale Information braucht die Agentur eine Herkunft: Produktname, Beschreibung, Preislogik, Bestand, Bilder, Dokumente und Zuordnungen. Liegen diese Angaben in einem Warenwirtschaftssystem, in Tabellen, im bisherigen Shop oder verteilt bei mehreren Teams? Benenne die Stelle, die künftig führend bleiben soll, sofern diese Entscheidung bereits getroffen ist.

Die Antwort „alles ist vorhanden“ reicht nicht. Prüfe stichprobenartig, ob Pflichtfelder konsistent gefüllt sind, Varianten eindeutig zugeordnet werden und Medien verlässlich mit Produkten verbunden sind. Das Briefing darf offene Datenprobleme enthalten. Es sollte sie sogar benennen, weil Bereinigung, Zuordnung und Freigabe echte Projektarbeit sind.

Unterscheide Übernahme, Bereinigung und Neuerstellung

Vorhandene Daten können technisch übertragbar und trotzdem fachlich ungeeignet sein. Teile den Bestand gedanklich in drei Gruppen: Inhalte, die unverändert übernommen werden können; Daten, die vor oder während des Projekts bereinigt werden müssen; und Informationen, die noch fehlen. Weise jeder Gruppe eine verantwortliche Person zu.

Falls ein bestehender Shop abgelöst wird, nenne zusätzlich Bestellungen, Kundenkonten, Gutscheine, Bewertungen oder weitere historische Daten, die geprüft werden sollen. Lege noch nicht vorschnell fest, dass alles migriert werden muss. Erkläre, wofür dein Team die jeweilige Historie nach dem Wechsel tatsächlich benötigt. Daraus kann die Agentur eine sinnvolle Übernahmestrategie ableiten.

Gib ein repräsentatives Datenpaket mit

Eine kleine, anonymisierte Auswahl echter Datensätze macht die Anfrage belastbarer. Sie sollte typische Produkte, Varianten und mindestens einen schwierigen Sonderfall zeigen. Ergänze eine kurze Legende, welche Felder verlässlich sind und wo Unsicherheit besteht. Sensible Kunden- oder Bestelldaten gehören nicht ungeschützt in eine allgemeine Angebotsanfrage.

Für die Planung zählt nicht nur, wie viele Produkte existieren. Agenturen müssen erkennen, wie dein Sortiment funktioniert, wo Daten herkommen, welche Qualität sie haben und wer fehlende Informationen liefert.

Auf einen Blick

Vier Datenfragen vor der Anfrage

Nicht die Produktzahl, sondern Struktur und Verantwortung bestimmen die Planbarkeit.

SORTIMENTStruktur bekanntProduktarten, Varianten und Sonderfälle sindbeschriebenHERKUNFTQuellen benanntFür jede Datengruppe ist der heutige UrsprungsichtbarQUALITÄTLücken markiertÜbernahme, Bereinigung und Neuerstellung sindgetrenntVERANTWORTUNGOwner festgelegtLieferung, Prüfung und Freigabe haben eineklare RolleVier geklärte Datenfragen machen den Angebotsumfang belastbarer.
03Wer wie bestellt

Beschreibe Zielgruppen und Vertriebsmodell getrennt

Ein Shop-Projekt wird unklar, wenn „unsere Kunden“ als einzige Zielgruppenbeschreibung stehen bleibt. Für die Planung sind nicht demografische Profile entscheidend, sondern unterschiedliche Kaufbedingungen. Ein Gast, ein registrierter Geschäftskunde, ein Händler und ein interner Vertriebsmitarbeiter können dasselbe Sortiment sehen und trotzdem andere Preise, Freigaben, Informationen oder Bestellwege benötigen.

Ordne Zielgruppen deshalb nach ihrem Verhalten im Shop und ihrer Beziehung zum Unternehmen. Wer darf sofort bestellen? Wer braucht ein Konto oder eine Freigabe? Wer kennt die Produkte bereits, und wer benötigt Beratung bei der Auswahl? Wer kauft für sich selbst, wer im Auftrag einer Organisation? Diese Unterschiede bestimmen, welche Wege das Projekt abbilden muss.

Skizziere die wichtigsten Kaufwege

Beschreibe für jede relevante Gruppe einen typischen Weg vom Einstieg bis zur Bestellung. Das kann eine Suche nach einem konkreten Artikel sein, eine Auswahl über Anwendungsfall und Eigenschaften oder eine Wiederbestellung aus der bisherigen Historie. Notiere, welche Information an welcher Stelle für die Entscheidung gebraucht wird und wodurch der Vorgang heute scheitert oder unnötig aufwendig wird.

Ein Kaufweg muss nicht als perfektes Diagramm vorliegen. Eine kurze Erzählung reicht: „Werkstätten kommen häufig mit einer Teilenummer, prüfen die Kompatibilität, wählen die benötigte Menge und bestellen auf Rechnung.“ Damit versteht die Agentur mehr als aus der Forderung nach einer leistungsfähigen Suche und mehreren Zahlarten.

Erkläre Kanäle und Rollen des Shops

Ist der Onlineshop der einzige Verkaufskanal, ergänzt er stationäre Standorte oder unterstützt er einen Außendienst? Werden Bestellungen über Marktplätze, Telefon oder E-Mail parallel angenommen? Das Briefing sollte zeigen, wie diese Kanäle zusammenwirken. Andernfalls wird der Shop als abgeschlossene Insel geplant, obwohl Bestände, Preise oder Kundenbeziehungen kanalübergreifend geführt werden.

Beschreibe auch, ob der Shop nur verkaufen oder zusätzlich Anfragen vorbereiten soll. Manche Produkte lassen sich direkt bestellen, andere benötigen Konfiguration, Prüfung oder ein individuelles Angebot. Beide Fälle können im selben Sortiment vorkommen. Entscheidend ist, dass die Agentur weiß, wo ein verbindlicher Kauf endet und wo ein betreuter Vertriebsprozess beginnt.

Nenne Märkte, Sprachen und organisatorische Grenzen

Wenn mehrere Länder, Sprachen oder Gesellschaften beteiligt sind, gehören sie als Rahmenbedingung ins Briefing. Liste nicht nur gewünschte Sprachversionen auf. Erkläre, ob Sortimente, Verfügbarkeit, Inhalte, Versandgebiete oder Zuständigkeiten voneinander abweichen. Ein Markt ist mehr als eine Übersetzung derselben Seite.

Formuliere offene Expansionspläne als Zukunftsszenario statt als sofortige Pflicht. So kann eine Agentur die spätere Erweiterbarkeit berücksichtigen, ohne den ersten Projektumfang mit noch unentschiedenen Märkten zu belasten.

Priorisiere nach geschäftlicher Bedeutung

Nicht jede Zielgruppe muss zum ersten Start vollständig bedient werden. Kennzeichne, welche Gruppe für den Projekterfolg unverzichtbar ist, welche kurz danach folgen kann und welche zunächst nur mitgedacht werden soll. Begründe die Reihenfolge mit dem Vertriebsmodell, nicht mit persönlicher Vorliebe.

Zielgruppen werden für das Briefing über ihre Kaufbedingungen greifbar. Zeige, wer bestellt, welche Entscheidung diese Person trifft, wie der Shop andere Vertriebskanäle ergänzt und welche Gruppe zuerst zuverlässig funktionieren muss.

Sind Zielgruppe und Kaufweg schon klar?

Wir ordnen Geschäftsziel, Sortiment und Vertriebsmodell, bevor daraus ein unnötig breiter Funktionskatalog entsteht.

Projekt gemeinsam einordnen
04Vom Bedarf zur Anforderung

Leite Funktionen aus echten Vorgängen ab

Eine Funktionsliste wirkt vollständig, führt aber oft zu Missverständnissen. Begriffe wie Suche, Kundenkonto, Produktberater oder Rabattfunktion können sehr unterschiedliche Vorstellungen auslösen. Beschreibe deshalb zuerst den Vorgang, den eine Funktion ermöglichen soll. Die Agentur kann daraus eine Lösung ableiten und erkennt zugleich, welche Anforderungen zusammengehören.

Statt „erweiterte Suche“ schreibst du beispielsweise: „Kunden kennen häufig nur Fahrzeugmodell und Baujahr. Sie sollen damit kompatible Teile finden und unpassende Varianten ausschließen können.“ Dieser Satz erklärt Eingabe, gewünschtes Ergebnis und fachliche Bedeutung. Ob dafür Filter, geführte Auswahl oder eine andere Lösung geeignet ist, bleibt Teil des Konzepts.

Arbeite mit wenigen Kernvorgängen

Wähle die Vorgänge, ohne die der Shop sein Ziel nicht erfüllt. Typische Beispiele sind Produkt finden, Eignung prüfen, bestellen, bezahlen, Bestellstatus verstehen oder erneut bestellen. Bei jedem Vorgang hältst du fest, wer ihn ausführt, welche Informationen benötigt werden und welches Ergebnis erreicht sein muss.

Berücksichtige dabei nicht nur den Idealfall. Was geschieht, wenn ein Artikel nicht verfügbar ist, eine Adresse unvollständig bleibt oder eine Bestellung fachlich geprüft werden muss? Ausnahmen sollten nach ihrer Häufigkeit und Wirkung eingeordnet werden. Ein seltener Sonderfall mit geringem Einfluss braucht nicht dieselbe Priorität wie ein täglicher Ablauf.

Ordne Wünsche als Muss, sinnvoll oder später ein

Eine Priorisierung verhindert, dass jede Idee den Angebotsumfang auf dieselbe Weise beeinflusst. „Muss“ bedeutet: Ohne diese Fähigkeit kann der geplante Start sein Geschäftsziel nicht erfüllen. „Sinnvoll“ beschreibt einen klaren Nutzen, der gegebenenfalls anders oder in einer späteren Stufe gelöst werden kann. „Später“ sammelt bewusst zurückgestellte Erweiterungen.

Begründe jedes Muss in einem Satz. Wenn keine Auswirkung genannt werden kann, ist die Priorität wahrscheinlich noch nicht geklärt. Das gilt besonders für Funktionen, die aus anderen Shops übernommen wurden. Ein bekanntes Muster ist nicht automatisch eine relevante Anforderung für das eigene Sortiment.

Definiere fachliche Akzeptanz statt Oberflächendetails

Eine Anforderung wird prüfbar, wenn das erwartete Ergebnis verständlich ist. „Ein registrierter Händler sieht nach der Anmeldung die für ihn freigegebenen Produkte und seine vereinbarten Konditionen“ ist überprüfbar. Die genaue Platzierung eines Elements oder ein bestimmtes Bedienmuster muss dagegen nur dann vorgegeben werden, wenn es dafür einen belastbaren Grund gibt.

Nutze reale Beispiele, aber schreibe kein fertiges Pflichtenheft. Das Briefing soll den Problemraum begrenzen und Prioritäten offenlegen. Eine gute Agentur muss noch Fragen stellen, Zusammenhänge prüfen und einen Lösungsweg entwickeln können. Wenn alle Entscheidungen scheinbar bereits getroffen sind, bleibt unklar, wofür du Konzeptionsleistung beauftragst.

Behandle nicht funktionale Anforderungen sichtbar

Neben Nutzerfunktionen können Zugänglichkeit, Ladeverhalten, Datenschutz, Rollenrechte oder redaktionelle Bedienbarkeit wichtig sein. Formuliere auch hier den benötigten Zustand und die betroffene Gruppe. Vermeide pauschale Superlative wie „maximal schnell“ oder „vollständig sicher“. Sie schaffen keine prüfbare Angebotsgrundlage.

Gute Anforderungen verbinden Nutzer, Situation und erwartetes Ergebnis. Sie geben der Agentur genug Klarheit für die Planung, ohne die fachliche Konzeption durch eine vorschnell festgelegte Lösung zu ersetzen.

05Systeme und Datenflüsse

Kläre Schnittstellen über Verantwortung, nicht über Schlagwörter

Schnittstellen werden in Briefings oft als Liste von Systemnamen behandelt. Für ein Angebot ist jedoch entscheidend, welche Daten zwischen diesen Systemen fließen, welches System jeweils führt und was bei einer Störung geschehen soll. Die bloße Angabe „ERP-Anbindung“ verrät weder Umfang noch Richtung der Verbindung.

Erstelle deshalb eine einfache Systemlandkarte. In ihrer Mitte steht der geplante Shop. Darum gruppierst du Warenwirtschaft, Produktdatenpflege, Kundenverwaltung, Versand, Zahlungsabwicklung, Analyse und weitere tatsächlich beteiligte Dienste. Für jede Verbindung beschreibst du die geschäftliche Aufgabe in Alltagssprache.

Benenne Daten, Richtung und Anlass

Schreibe nicht nur, dass Produkte synchronisiert werden. Halte fest, ob Artikelstammdaten in den Shop gelangen, Bestellungen zurück an die Warenwirtschaft gehen oder Kundendaten in beide Richtungen ergänzt werden. Ergänze, wann die Übertragung gebraucht wird: unmittelbar nach einer Bestellung, regelmäßig in festgelegten Abständen oder nur bei einer manuellen Aktion.

Diese Beschreibung muss noch keine technische Schnittstellenspezifikation sein. Sie macht aber sichtbar, ob die Agentur eine vorhandene Anbindung nutzen, einen Datenimport planen oder erst die Möglichkeiten des beteiligten Systems untersuchen muss.

Lege die führende Quelle je Information fest

Wenn Preis, Bestand oder Produkttext an mehreren Stellen geändert werden können, entstehen Konflikte. Das Briefing sollte daher für jede zentrale Datengruppe eine führende Quelle nennen oder die offene Entscheidung kennzeichnen. „Bestände werden ausschließlich in der Warenwirtschaft gepflegt; der Shop zeigt sie an“ ist eine klare Regel. „Die Systeme sollen synchron sein“ lässt die Verantwortung ungeklärt.

Beziehe manuelle Prozesse ein. Vielleicht werden Bilder weiterhin durch das Marketing ergänzt, während Stammdaten aus einem anderen System kommen. Solche Mischmodelle sind nicht grundsätzlich problematisch. Sie müssen nur bewusst beschrieben werden, damit Änderungen nicht unbemerkt überschrieben werden.

Dokumentiere Zugänge und Ansprechpartner

Für jedes Fremdsystem braucht das Projekt jemanden, der fachliche Fragen beantworten und notwendige Zugänge organisieren kann. Nenne Rolle oder Abteilung, nicht ungeschützt persönliche Zugangsdaten. Vermerke, ob Dokumentation, Testumgebung oder ein technischer Ansprechpartner des Herstellers vorhanden sind.

Wenn eine Schnittstelle noch nicht geprüft wurde, gehört diese Unsicherheit offen ins Briefing. Eine Agentur kann dann eine vorgelagerte Analyse als eigenen Schritt einplanen. Eine behauptete Standardanbindung schafft dagegen falsche Sicherheit, wenn sie die benötigten Daten oder Abläufe tatsächlich nicht abdeckt.

Beschreibe den Umgang mit Fehlern

Was soll das Team bemerken, wenn Bestände nicht aktualisiert, Bestellungen nicht übertragen oder Kundenzuordnungen abgelehnt werden? Muss ein Vorgang angehalten werden, darf er später erneut laufen oder braucht es eine manuelle Bearbeitung? Solche Fragen gehören zur fachlichen Verantwortung der Integration, auch wenn die konkrete technische Lösung erst im Projekt entsteht.

Nenne zusätzlich Anforderungen an Nachvollziehbarkeit: Wer muss sehen können, dass ein Vorgang fehlgeschlagen ist, und welche Information wird für die Bearbeitung benötigt? So wird die Schnittstelle als betrieblicher Prozess geplant und nicht nur als unsichtbare Verbindung zwischen zwei Systemen.

Eine belastbare Schnittstellenbeschreibung nennt beteiligte Systeme, übertragene Daten, Richtung, führende Quelle, Zeitpunkt, Ansprechpartner und den gewünschten Umgang mit Fehlern. Technische Details dürfen danach gemeinsam entstehen.

Auf einen Blick

Vom führenden System zum betreibbaren Datenfluss

Jede Verbindung braucht Quelle, Richtung und einen klaren Fehlerweg.

QUELLEFührendes SystemDaten entstehen hierREGELRichtung und AnlassWas fließt wann?ZIELOnlineshopDaten nutzbar machenBETRIEBVerantwortliches TeamPrüft das ErgebnisAUSNAHMEBekannter FehlerwegMelden und bearbeitenwenn etwas scheitertwenn etwas scheitert
06Texte, Bilder und Freigaben

Plane Content als Projektarbeit ein

Content erscheint in vielen Shop-Anfragen als etwas, das später nur noch eingefügt wird. Tatsächlich beeinflussen Produkttexte, Bilder, Kategoriebeschreibungen, Hilfeseiten und rechtlich relevante Informationen die Struktur und den Zeitplan des Projekts. Fehlt eine klare Verantwortung, wartet die fertige Oberfläche auf Inhalte oder wird mit ungeprüften Platzhaltern bewertet.

Das Briefing sollte daher festhalten, welche Inhalte vorhanden sind, welche überarbeitet werden und wer sie liefert. Dazu gehören nicht nur sichtbare Texte. Auch Bildformate, Dokumente, Produktmerkmale, Übersetzungen, Metadaten und Freigaben sind Teil der Content-Arbeit.

Erstelle ein Inventar nach Inhaltstypen

Liste die wichtigen Inhaltstypen auf: Produkt, Kategorie, Ratgeber, Serviceinformation, Markeninhalt, Versandhinweis oder andere projektspezifische Seiten. Notiere zu jedem Typ, ob eine brauchbare Vorlage existiert und wie stark Inhalte voneinander abweichen. Ein einzelnes Beispiel pro Typ hilft der Agentur, reale Textlängen und Medienverhältnisse einzuschätzen.

Bei einem bestehenden Shop solltest du außerdem unterscheiden, welche Inhalte übernommen, zusammengeführt, neu strukturiert oder entfernt werden. Eine ungeprüfte Komplettübernahme transportiert häufig überholte Strukturen in das neue System. Gleichzeitig darf wertvoller Bestand nicht verschwinden, nur weil die Navigation neu gedacht wird.

Trenne Erstellung, Einpflege und Freigabe

„Content liefert der Kunde“ lässt drei verschiedene Tätigkeiten offen. Wer schreibt oder überarbeitet? Wer bringt die Inhalte in die vereinbarte Struktur? Wer prüft fachliche Richtigkeit, Markenstil und rechtliche Freigabe? Diese Aufgaben können bei unterschiedlichen Personen liegen und brauchen jeweils einen Termin im Projektplan.

Wenn die Agentur Teile übernimmt, beschreibe genau welche. Produkttexte für einen ausgewählten Sortimentsteil sind ein anderer Auftrag als die redaktionelle Struktur der Serviceseiten. Je klarer der Übergabepunkt, desto weniger Raum bleibt für gegenseitige Erwartungen, die im Angebot nicht sichtbar waren.

Denke von echten Inhalten aus

Stelle früh repräsentative Texte und Medien bereit. Dazu gehören besonders lange Produktnamen, Produkte mit vielen Merkmalen, fehlende Bilder und Dokumente mit unterschiedlichen Formaten. Eine Gestaltung, die nur mit kurzen Mustertexten funktioniert, ist keine belastbare Grundlage für den späteren Katalog.

Markiere zugleich Qualitätslücken. Wenn Bilder neu produziert oder technische Angaben fachlich geprüft werden müssen, sollte das Projekt nicht so planen, als lägen diese Ergebnisse bereits vor. Abhängigkeiten werden beherrschbar, sobald sie einer verantwortlichen Person und einem realistischen Übergabepunkt zugeordnet sind.

Lege Regeln für die laufende Pflege fest

Content endet nicht mit dem Start. Beschreibe, welche Rollen später Produkte ergänzen, Aktionsflächen ändern, Informationen freigeben oder Übersetzungen aktualisieren. Die Agentur kann Bedienung und Rechte nur passend planen, wenn sie den künftigen Redaktionsalltag kennt.

Falls mehrere Teams Inhalte bearbeiten, kläre gemeinsame Standards: Welche Felder sind verpflichtend? Wer darf veröffentlichen? Wie wird verhindert, dass dieselbe Information in mehreren Seiten unabhängig gepflegt wird? Das Briefing muss diese Regeln nicht technisch lösen, aber ihre Notwendigkeit benennen.

Content braucht denselben Projektstatus wie Funktionen und Daten. Bestand, Neuerstellung, Einpflege, Freigabe und spätere Pflege werden getrennt benannt und jeweils einer verantwortlichen Rolle zugeordnet.

07Der Tag nach dem Start

Beschreibe, wer den Shop später betreibt

Ein Shop-Projekt ist nicht abgeschlossen, wenn die Seite veröffentlicht wurde. Danach beginnen Produktpflege, Bestellbearbeitung, Kundenservice, Auswertungen, Änderungen und die Behandlung von Störungen. Eine Agentur kann den Aufbau nur sinnvoll planen, wenn das spätere Betriebsmodell bereits im Briefing erkennbar ist.

Schreibe auf, welche Teams täglich, wöchentlich oder gelegentlich mit dem Shop arbeiten. Das macht Rollen, Rechte, Schulungsbedarf und Übergaben sichtbar. Ein kleines Unternehmen mit einer verantwortlichen Person braucht eine andere Organisation als ein Betrieb, in dem Einkauf, Marketing, Kundenservice und IT getrennt handeln.

Ordne wiederkehrende Aufgaben zu

Für Produktänderungen, Bestellungen, Rückfragen, Aktionen, Inhalte und Auswertungen sollte jeweils eine fachlich verantwortliche Person feststehen. Halte fest, welche Tätigkeit im Shop erfolgt und welche in einem verbundenen System. So erkennt die Agentur, wo Mitarbeitende eine Oberfläche benötigen und wo eine automatische Übergabe den Prozess unterstützt.

Beziehe Vertretungen ein. Wenn nur eine Person Inhalte veröffentlichen oder Bestellprobleme nachvollziehen kann, entsteht ein Betriebsrisiko. Das Briefing muss keine vollständige Organisationsrichtlinie liefern. Es sollte aber benennen, welche Aufgaben auch bei Urlaub oder Rollenwechsel weiterlaufen müssen.

Kläre Support und Störungen

Definiere, welche Ereignisse für dein Geschäft kritisch sind. Ein vollständig blockierter Checkout hat eine andere Wirkung als ein falsch dargestelltes Bild. Beschreibe, wer intern einen Fehler meldet, welche Informationen verfügbar sind und wer über vorübergehende Maßnahmen entscheidet. Die Agentur kann daraus ein passendes Support- und Eskalationsmodell vorschlagen.

Vermeide unbestimmte Forderungen wie „Support muss immer erreichbar sein“. Aussagekräftiger sind Geschäftssituation, betroffene Zeiten und erwartete Reaktion bei klar beschriebenen Fällen. Wenn ein großer Teil der Bestellungen außerhalb der Bürozeiten eingeht, ist das eine relevante Rahmenbedingung. Daraus folgt noch nicht automatisch eine bestimmte Serviceform.

Plane Änderungen als normalen Betrieb

Sortiment, Kampagnen und Unternehmensprozesse verändern sich. Das Briefing sollte zeigen, welche Anpassungen dein Team selbst vornehmen möchte und wo weiterhin fachliche oder technische Unterstützung erwartet wird. Dazu gehören neue Kategorien, Inhaltsbausteine, Versandregeln, Integrationen oder größere Weiterentwicklungen.

Frage bei Angeboten nicht nur nach dem Projekt bis zum Start, sondern auch nach Übergabe, Dokumentation, Schulung und dem Verfahren für spätere Änderungen. Ein Shop bleibt kontrollierbar, wenn Wissen, Zugänge und Verantwortlichkeiten nicht ausschließlich bei einzelnen externen Personen liegen.

Lege Eigentum und Zugriffe fest

Das Unternehmen sollte wissen, welche Konten, Domains, Daten und Zugänge zum Betrieb gehören und wer administrative Rechte hält. Erstelle dafür eine Liste der betroffenen Dienste und internen Verantwortlichen. Zugangsdaten selbst gehören in eine sichere Verwaltung, nicht in das Briefing-Dokument.

Halte außerdem fest, welche Daten das Team für Entscheidungen braucht. Bestellungen, Suchverhalten, Produktleistung oder Servicefälle können unterschiedliche Berichte erfordern. Beschreibe die geschäftliche Frage hinter einer Auswertung, statt pauschal ein Dashboard mit allen Kennzahlen zu verlangen.

Das Betriebsmodell entscheidet mit über Rollen, Rechte, Schulung, Support und Weiterentwicklung. Wer den Alltag nach dem Start beschreibt, verhindert, dass der Shop nur für die Übergabe statt für den dauerhaften Betrieb geplant wird.

08Entscheidungen und Abhängigkeiten

Setze einen belastbaren Projektrahmen

Ein Briefing braucht einen Rahmen, in dem die Agentur planen kann. Dazu gehören Entscheidungsgremium, zeitliche Abhängigkeiten, vorhandene Vorarbeiten und bekannte Risiken. Es geht nicht darum, einen Projektplan vorwegzunehmen. Du machst sichtbar, welche Bedingungen der vorgeschlagene Weg berücksichtigen muss.

Ein fixes Wunschdatum ohne Begründung ist wenig hilfreich. Erkläre stattdessen, ob eine Saison, ein auslaufender Vertrag, eine Sortimentsumstellung oder ein organisatorischer Termin den Start beeinflusst. Die Agentur kann dann prüfen, welche Schritte bis dahin realistisch abgeschlossen sein müssen und wo eine gestufte Einführung sinnvoll sein könnte.

Benenne Entscheider und Arbeitsgruppe

Notiere, wer die fachliche Gesamtentscheidung trifft und welche Bereiche verbindlich beteiligt werden. Einkauf, Vertrieb, Marketing, Logistik, Kundenservice und IT bringen unterschiedliche Anforderungen ein. Nicht jede Person muss an jedem Termin teilnehmen. Es braucht aber einen geregelten Weg, auf dem offene Punkte beantwortet und Freigaben erteilt werden.

Lege fest, wer Rückmeldungen bündelt. Zehn einzelne Kommentarkanäle verlangsamen Entscheidungen und erzeugen Widersprüche. Eine koordinierende Person sammelt die Perspektiven intern und gibt der Agentur eine abgestimmte Antwort. Sie ersetzt nicht die fachlich Verantwortlichen, sondern organisiert ihre Entscheidungen.

Zeige Abhängigkeiten zu anderen Vorhaben

Ein gleichzeitiger Markenwechsel, eine neue Warenwirtschaft, Produktfotografie oder die Neuordnung von Versandprozessen kann den Shop stark beeinflussen. Nenne solche Vorhaben samt Status und Verantwortlichkeit. Entscheidend ist, ob der Shop auf ein Ergebnis warten muss, Daten vorläufig übernehmen soll oder eine Übergangslösung braucht.

Auch Entscheidungen, die noch nicht gefallen sind, gehören in diese Liste. Kennzeichne sie als offen und nenne den spätesten Zeitpunkt, zu dem sie für die weitere Planung benötigt werden. So kann eine Agentur Unsicherheit sichtbar behandeln, statt sie durch Annahmen zu verdecken.

Formuliere Startbedingungen und Freigaben

Beschreibe, welche fachlichen Ergebnisse vor einer Veröffentlichung geprüft sein müssen. Dazu können vollständige Kernsortimente, getestete Bestellwege, freigegebene Inhalte, geschulte Verantwortliche und geklärte Betriebsabläufe gehören. Die Agentur ergänzt später technische und qualitative Prüfungen. Das Unternehmen definiert, wann der Shop aus geschäftlicher Sicht arbeitsfähig ist.

Vermeide die Forderung, dass zum Start jede spätere Idee umgesetzt sein muss. Trenne den betriebsfähigen ersten Umfang von bewusst geplanten Erweiterungen. Das erleichtert eine schlüssige Reihenfolge, ohne Qualität an den entscheidenden Stellen abzusenken.

Erlaube begründete Annahmen im Angebot

Kein Briefing beantwortet vor der ersten Anfrage jede Detailfrage. Bitte Agenturen deshalb, offene Punkte und ihre Annahmen ausdrücklich zu nennen. Dann erkennst du, ob ein Angebot von vorhandenen Daten, internen Leistungen oder bereits geprüften Schnittstellen ausgeht. Stillschweigende Annahmen machen Angebote scheinbar ähnlich, obwohl sie verschiedene Ausgangslagen kalkulieren.

Gib zugleich an, wie Rückfragen beantwortet werden: gemeinsamer Termin, schriftliche Fragerunde oder ein bereitgestellter Datenraum. Alle angefragten Agenturen sollten dieselben wesentlichen Informationen erhalten, damit ihre Vorschläge auf einer vergleichbaren Grundlage entstehen.

Der Projektrahmen erklärt nicht nur wann etwas fertig sein soll. Er macht Entscheider, Abhängigkeiten, offene Punkte, fachliche Startbedingungen und den Umgang mit Annahmen transparent.

Wo liegen noch ungeklärte Abhängigkeiten?

Ein strukturierter Blick auf Daten, Systeme, Content und interne Entscheidungen macht offene Projektarbeit vor der Anfrage sichtbar.

Briefing-Lücken besprechen
09Auswahl mit Substanz

Vergleiche Angebote über Verständnis und Vorgehen

Vergleichbare Angebote sind nicht zwangsläufig identische Angebote. Agenturen dürfen unterschiedliche Wege vorschlagen, wenn Ziel und Ausgangslage gleich verstanden wurden. Deine Aufgabe ist deshalb nicht, nur Positionen abzuhaken. Prüfe, welche Annahmen hinter dem vorgeschlagenen Umfang stehen, wie Risiken behandelt werden und ob die Zusammenarbeit zu deinen internen Möglichkeiten passt.

Lege die Bewertungskriterien vor der Anfrage fest. Sonst gewinnt im Gespräch leicht die überzeugendste Präsentation, obwohl wichtige Aufgaben unklar bleiben. Ein kurzer Kriterienkatalog hilft allen Beteiligten, jedes Angebot mit denselben Fragen zu lesen.

Prüfe das Verständnis des Geschäfts

Ein gutes Angebot spiegelt die Kernvorgänge deines Shops in eigenen Worten. Es zeigt, welche Zielgruppe zuerst bedient wird, welche Daten kritisch sind und wo Abhängigkeiten bestehen. Allgemeine Aussagen zu moderner Gestaltung oder guter Nutzererfahrung ersetzen dieses Verständnis nicht.

Achte darauf, ob die Agentur Zielkonflikte erkennt. Wenn schnelle Produktpflege, individuelle Kundenregeln und mehrere führende Systeme gleichzeitig gefordert sind, sollte das Angebot die nötigen Entscheidungen benennen. Reine Zustimmung zu allen Wünschen ist nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal.

Vergleiche Leistungsgrenzen und Mitwirkung

Welche Aufgaben übernimmt die Agentur, welche dein Team und welche weitere Dienstleister? Sind Konzeption, Gestaltung, Datenübernahme, Content-Einpflege, Prüfung, Schulung und Übergabe eindeutig zugeordnet? Der gleiche Oberbegriff kann in zwei Angeboten einen anderen Leistungsumfang enthalten.

Prüfe besonders die Mitwirkung deines Unternehmens. Wenn ein Vorschlag schnelle Freigaben, bereinigte Produktdaten oder feste Ansprechpartner voraussetzt, muss dein Team diese Beiträge tatsächlich leisten können. Ein Angebot ist nicht belastbar, wenn seine Grundannahmen im Projektalltag nicht erfüllt werden.

Lies Vorgehen und Ergebnisse zusammen

Ein Phasenmodell sollte erklären, welche Entscheidung oder welches überprüfbare Ergebnis am Ende einer Phase steht. Ein Workshop ist kein Ergebnis an sich. Aussagekräftig wird er, wenn danach beispielsweise priorisierte Kernvorgänge, geklärte Systemverantwortungen oder eine freigegebene Struktur vorliegen.

Frage, wie die Agentur mit noch unbekannten Schnittstellen oder Datenproblemen umgeht. Werden diese zuerst untersucht, als Risiko ausgewiesen oder pauschal vorausgesetzt? Du suchst keine Garantie für eine unbekannte Situation, sondern einen nachvollziehbaren Umgang damit.

Bewerte Übergabe und Zusammenarbeit

Zum Angebot gehört die Frage, wie dein Team Einblick in Entscheidungen und Fortschritt erhält. Welche Rollen arbeiten zusammen, wie werden Ergebnisse freigegeben und wie werden Abweichungen vom vereinbarten Umfang behandelt? Ein passendes Vorgehen berücksichtigt die Zeit und Fachlichkeit, die intern verfügbar sind.

Sieh außerdem auf die Zeit nach dem Start: Dokumentation, Schulung, Zugriffe, Support und mögliche Weiterentwicklung sollten erkennbar eingeordnet sein. Es geht nicht darum, heute jede spätere Leistung zu beauftragen. Du solltest aber verstehen, wie der Shop nach der Übergabe betreibbar bleibt.

Nutze eine einheitliche Bewertungsnotiz

Halte für jedes Angebot dieselben Punkte fest: Zielverständnis, Umfang, Annahmen, offene Fragen, Mitwirkung, Risiken, Vorgehen, Betrieb und fachliche Passung. Schreibe auch auf, wo ein Vorschlag bewusst vom Briefing abweicht und ob diese Abweichung überzeugend begründet wird.

Eine Agentur darf dir widersprechen. Gerade bei widersprüchlichen Anforderungen kann das wertvoll sein. Entscheidend ist, ob sie den Konflikt konkret erklärt und eine Alternative mit nachvollziehbaren Folgen anbietet. Austauschbare Versprechen liefern dafür keine Grundlage.

Vergleichbarkeit entsteht durch dieselbe Ausgangslage und dieselben Bewertungskriterien. Unterschiedliche Lösungswege bleiben erwünscht, solange Annahmen, Leistungsgrenzen, Mitwirkung und Risiken offen erkennbar sind.

Auf einen Blick

Vage Anfrage oder vergleichbare Angebotsgrundlage

Gleiche Ausgangslage, sichtbare Annahmen und begründete Lösungswege.

VAGE ANFRAGEViel Raum für stille AnnahmenZIELNur ein moderner ShopUMFANGLange WunschlisteDATENSind vorhandenBETRIEBErst nach dem StartKLARE GRUNDLAGEGleiche Fragen für alle AnbieterZIELVeränderung beschriebenUMFANGKernvorgänge priorisiertDATENQuellen und Lücken sichtbarBETRIEBOwner und Übergabe geklärtVSUnterschiedliche Lösungen bleiben bei gleicher Ausgangslage vergleichbar.
10Bereit für die Anfrage

Baue das Briefing als klare Entscheidungsgrundlage auf

Ein gutes Onlineshop-Agentur-Briefing ist kein fertiges Lastenheft. Es ist ein geordnetes Arbeitsdokument, das die wichtigen geschäftlichen Zusammenhänge erklärt und offene Entscheidungen sichtbar lässt. Seine Qualität hängt nicht von der Seitenzahl ab, sondern davon, ob eine außenstehende Person dein Vorhaben ohne internes Vorwissen richtig einordnen kann.

Stelle an den Anfang eine kurze Zusammenfassung: Unternehmen und Angebot, Anlass des Projekts, Hauptziel, wichtigste Zielgruppe, gewünschter Projektstart und verantwortliche Kontaktperson. Danach folgen die Kapitel aus diesem Leitfaden. Anhänge liefern Beispiele und Bestandsdaten, ohne den Haupttext zu überladen.

Nutze eine feste, lesbare Reihenfolge

Eine bewährte Struktur beginnt mit Ziel und Ausgangslage. Danach kommen Sortiment und Daten, Zielgruppen und Kaufwege, priorisierte Funktionen, Systeme und Schnittstellen, Content, Betriebsmodell sowie Projektrahmen. Am Ende stehen gewünschte Bestandteile des Angebots, Auswahlkriterien und der Ablauf für Rückfragen.

Jedes Kapitel darf offene Punkte enthalten. Markiere sie einheitlich als „entschieden“, „zu prüfen“ oder „Vorschlag der Agentur erwünscht“. Diese Kennzeichnung zeigt, wo ein Angebot eine feste Vorgabe erfüllen soll und wo fachliche Beratung erwartet wird.

Lege passende Anhänge bei

Hilfreiche Anhänge sind eine kleine Auswahl repräsentativer Produktdaten, Screenshots heutiger Abläufe, eine Systemlandkarte, vorhandene Markenrichtlinien und Beispiele wichtiger Inhalte. Bei einem bestehenden Shop kann außerdem eine Liste zentraler Seitentypen und besonderer Funktionen helfen. Gib nur Daten weiter, die für die Anfrage benötigt werden und dafür freigegeben sind.

Verweise im Hauptdokument auf den Zweck jedes Anhangs. Ein ungeordneter Ordner voller Exporte zwingt Agenturen zu eigener Interpretation. Ein benanntes Beispiel wie „Produktdatensatz mit Varianten und Kompatibilitätsangaben“ zeigt dagegen, welche Frage das Material beantworten soll.

Führe vor Versand einen Verständnistest durch

Gib das Briefing einer Kollegin oder einem Kollegen, die oder der nicht täglich am Projekt arbeitet. Diese Person sollte Geschäftsziel, wichtigste Kaufwege, offene Entscheidungen und eigene Mitwirkung erklären können. Wo Rückfragen entstehen, ergänzt du Kontext oder kennzeichnest die Unsicherheit bewusst.

Prüfe anschließend auf Widersprüche. Soll eine Information ausschließlich aus einem führenden System kommen, wird aber zugleich eine manuelle Pflege im Shop gefordert? Ist eine Zielgruppe als später markiert, während ihre Sonderfunktionen als Muss gelten? Solche Konflikte müssen nicht immer sofort gelöst sein, aber sie gehören sichtbar in die Anfrage.

Fordere eine Antwort auf dieselben Kernpunkte

Bitte jede Agentur, in ihrem Angebot Zielverständnis, vorgeschlagenen Umfang, Projektphasen, benötigte Mitwirkung, Annahmen, Risiken, Übergabe und Betrieb zu behandeln. Ergänze einen festen Termin für Rückfragen und sorge dafür, dass wesentliche Antworten allen Beteiligten zugänglich werden. So vergleichst du nicht Dokumentstile, sondern Vorschläge für dasselbe Vorhaben.

Wenn du nach der Vorbereitung fachliche Unterstützung suchst, kann eine Agentur das Projekt gemeinsam mit dir schärfen und anschließend Konzeption, Entwicklung und Weiterentwicklung des Onlineshops übernehmen. Wende dieselben Auswahlkriterien auch auf uns an: Rollen, Annahmen, Mitwirkung und Leistungsgrenzen müssen im Angebot sichtbar bleiben.

Halte das Briefing während der Auswahl aktuell

Antworten auf Rückfragen können Anforderungen verändern. Pflege diese Erkenntnisse an einer zentralen Stelle und versieh größere Änderungen mit Datum und kurzer Begründung. So arbeitet nicht eine Agentur mit einer alten Annahme, während eine andere bereits neue Informationen erhalten hat.

Nach der Auswahl wird das Briefing zum Ausgangspunkt für die gemeinsame Konkretisierung. Es bleibt veränderbar. Entscheidungen aus Analyse und Konzeption ersetzen oder verfeinern die ursprünglichen Annahmen nachvollziehbar, statt sie stillschweigend zu überschreiben.

Versandbereit ist dein Briefing, wenn Ziel, Geschäftsvorgänge, Daten, Verantwortung und offene Fragen verständlich sind – nicht erst, wenn du jede spätere Lösung selbst vorgegeben hast.

Ist dein Shop-Projekt anfragebereit?
  • Ziele und Prioritäten schärfen
  • Daten und Zuständigkeiten klären
  • Angebote vergleichbar anfragen
Projekt einordnen
David Martin
David Martin
10+ Jahre Digital Marketing
5,0aus 12 Google-Bewertungen
Zertifizierter Google Partner·Shopify Partner
FAQ

Häufige Fragen zum Shop-Briefing

Die wichtigsten Antworten zur Vorbereitung, zu offenen Anforderungen und zur Vergleichbarkeit von Agenturangeboten.

Shop-Projekt besprechen

Ein Onlineshop-Agentur-Briefing beschreibt Geschäftsziel, Ausgangslage, Sortiment, Daten, Zielgruppen, Kaufwege, priorisierte Funktionen, Schnittstellen, Content, Betrieb und Projektrahmen. Zusätzlich sollte es offene Entscheidungen, interne Mitwirkung und gewünschte Bestandteile des Angebots sichtbar machen.

Nein, ein fertiges Lastenheft ist vor der ersten Agenturanfrage nicht nötig. Das Briefing soll Anforderungen und Zusammenhänge verständlich machen, während Konzeption und technische Lösung gemeinsam mit der ausgewählten Agentur konkretisiert werden können.

Funktionen sollten über Nutzer, Situation und erwartetes Ergebnis beschrieben werden. Technische Details oder genaue Oberflächenvorgaben sind nur nötig, wenn dafür bereits eine verbindliche fachliche Grundlage besteht.

Eine kleine, anonymisierte Auswahl repräsentativer Produktdaten genügt für den ersten Einblick. Sie sollte typische Artikel, Varianten und mindestens einen schwierigen Sonderfall zeigen sowie erklären, welche Felder verlässlich oder noch unvollständig sind.

Angebote werden vergleichbar, wenn alle Agenturen dieselbe Ausgangslage erhalten und zu Zielverständnis, Umfang, Annahmen, Mitwirkung, Risiken, Vorgehen, Übergabe und Betrieb Stellung nehmen. Die vorgeschlagenen Lösungen dürfen sich trotzdem unterscheiden.

Nur eine bereits verbindlich getroffene und begründete Plattformentscheidung gehört als Vorgabe ins Briefing. Ist die Wahl offen, beschreibst du Geschäft, Abläufe und Anforderungen und bittest die Agentur um einen begründeten Vorschlag.

Für jede Schnittstelle sollten beteiligte Systeme, übertragene Daten, Richtung, führende Quelle, Zeitpunkt, Ansprechpartner und gewünschter Umgang mit Fehlern beschrieben werden. Eine vollständige technische Spezifikation kann später entstehen.

Eine koordinierende Person sollte das Briefing zusammenführen, aber die fachlichen Beiträge kommen aus den betroffenen Bereichen. Geschäftsführung, Vertrieb, Marketing, Logistik, Kundenservice und IT werden nur dort eingebunden, wo sie Entscheidungen oder Wissen verantworten.

Offene Anforderungen werden ausdrücklich als zu prüfen oder als Beratungsfrage markiert. Zusätzlich sollte das Angebot die dazu verwendeten Annahmen nennen, damit Unsicherheit sichtbar bleibt und nicht als scheinbar feste Leistung eingeplant wird.

Das Briefing ist versandbereit, wenn eine außenstehende Person Ziel, wichtigste Kaufwege, Datenlage, Verantwortlichkeiten, Prioritäten und offene Entscheidungen richtig erklären kann. Es muss nicht jede spätere Lösung vorwegnehmen.

Kostenloses Erstgespräch

Mach aus deiner Shop-Idee eine belastbare Anfrage

Bring dein vorhandenes Briefing, deine Notizen oder nur die Ausgangslage mit. Wir klären, welche Entscheidungen vor einem Angebot nötig sind und welche bewusst Teil der Konzeption bleiben.

  • Geschäftsziel und Kernvorgänge schärfen
  • Daten, Schnittstellen und Zuständigkeiten ordnen
  • Vergleichbare Angebotsgrundlage vorbereiten
David Martin

David Martin

Geschäftsführer

10+ Jahre im Digital Marketing

Ein gutes Briefing nimmt der Agentur nicht die Konzeption ab. Es sorgt dafür, dass alle Beteiligten über dasselbe Geschäft und dieselben Prioritäten sprechen.