„Shopify B2B" klingt nach einer neuen Produktlinie – ist aber technisch etwas anderes: eine in Shopify eingebaute Funktionssammlung, die auf Firmenkunden statt auf Einzelkäufer zugeschnitten ist, direkt im selben Adminbereich, den du heute schon für dein B2C-Geschäft nutzt. Shopify selbst beschreibt es in der eigenen Hilfe-Dokumentation als „a suite of native features that lets you sell business-to-business through the Shopify admin and online store" – auf Deutsch: eine native Funktionssammlung, mit der du B2B über den Shopify-Adminbereich und deinen Online-Store abwickelst. Kein separates Produkt, keine zweite Lizenz, kein Zusatz-Login für dich als Betreiber, sondern ein Schalter, der in deinem bestehenden Shop zusätzliche Möglichkeiten freischaltet.
Für wen ist dieser Leitfaden gedacht? Für dich als Großhändler, Hersteller oder Markeninhaber, der Firmenkunden beliefert und überlegt, ob der bestehende oder geplante Shopify-Shop diese Seite des Geschäfts tragen kann – oder ob dafür ein zweites System nötig wird. Nicht gedacht ist er als technische Einrichtungsanleitung; die findest du in Shopifys eigener Dokumentation, wenn die Grundsatzfrage einmal geklärt ist.
Was „Shopify B2B" laut Shopifys eigener Beschreibung konkret ermöglicht: Du kannst „einen Store sowohl für B2B- als auch für Direct-to-Consumer-Verkäufe nutzen, oder einen separaten, reinen B2B-Store aufbauen" – die Architekturfrage aus Abschnitt 08 dieses Leitfadens ist also von Shopify selbst als bewusste Wahl angelegt, nicht als Notlösung. Im Kern erlaubt dir das Feature-Paket, „die Kauferfahrung für jeden deiner B2B-Kunden zu personalisieren – bei Preisen, Währung, Produkten, Zahlungs- und Versandmethoden sowie Store-Inhalten", wie es in der offiziellen Beschreibung heißt.
Shopify B2B ist kein Zusatzprodukt, sondern ein Funktionspaket im bestehenden Adminbereich – auf allen Plänen, die B2B unterstützen, größtenteils bereits werkseitig aktiviert.
Was es dagegen nicht ist: kein eigenständiges ERP, kein Warenwirtschaftssystem und kein Ersatz für einen Angebotsprozess mit echter Verhandlung. Diese Abgrenzung zieht sich durch den gesamten Leitfaden – die folgenden Abschnitte gehen der Reihe nach durch, wie Firmen und Ansprechpartner modelliert sind, wie kundenspezifische Preise funktionieren, wie eine Bestellung tatsächlich abläuft, was Zahlungsziele leisten und wo genau die Linie zwischen „das kann Shopify nativ" und „dafür brauchst du eine App, eine Middleware oder ein zweites System" verläuft.
Praktisch bedeutet das laut Dokumentation: Auf Plänen, die B2B unterstützen, sind die meisten Funktionen von Haus aus bereits eingeschaltet – du musst B2B nicht separat freischalten, sondern im Wesentlichen nur deine ersten Firmenkunden anlegen, um loszulegen. Welche Pläne das konkret sind und was sich zwischen den Stufen unterscheidet, klärt Abschnitt 06 im Detail.
Der typische Ausgangspunkt für diesen Leitfaden ist selten ein Unternehmen, das bei null anfängt. Häufiger ist es ein bestehender Shopify-Shop, der heute Endkunden bedient, während parallel eine Handvoll Firmenkunden über Rechnung, Sonderpreise oder manuelle Angebote außerhalb des Shops laufen – per E-Mail, Telefon oder einer separaten Excel-Preisliste. Die Frage dahinter ist fast immer dieselbe: Lässt sich dieser bisher manuell abgewickelte Teil des Geschäfts in denselben Shop hineinziehen, den es ohnehin schon gibt – oder braucht es dafür etwas komplett anderes? Genau diese Frage beantwortet dieser Leitfaden Abschnitt für Abschnitt, entlang dessen, was Shopifys eigene Dokumentation tatsächlich belegt.








